Arbeitslosenversicherung und Arbeitslosengeld

Quelle: Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) — Arbeitsförderung, zuletzt geändert durch Art. 1 des Gesetzes vom 17. Juli 2023

In einfacher Sprache geschrieben, um allgemeines Verständnis zu fördern. Dies ist ein Bildungsangebot und keine Rechtsberatung. Basierend auf deutschem Bundesrecht (Grundgesetz, BGB, StGB, Sozialgesetzbücher und weiteren Bundesgesetzen).

Deutsches Bundesrecht

Was ist dieses Recht?

Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung sichert Arbeitnehmer bei Jobverlust finanziell ab:

  • Arbeitslosengeld I (ALG I): 60 % des pauschalierten Nettoentgelts (67 % mit Kind). Beitragssatz: 2,6 % des Bruttogehalts, je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen.
  • Anwartschaftszeit: Sie müssen in den letzten 30 Monaten mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein.
  • Bezugsdauer: 6 bis 24 Monate, abhängig von der Beschäftigungsdauer und Ihrem Alter.
  • Meldepflicht: Sie müssen sich spätestens 3 Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend melden (bei kürzerer Frist innerhalb von 3 Tagen). Am ersten Tag der Arbeitslosigkeit müssen Sie sich arbeitslos melden.
  • Sperrzeit: Bei Eigenkündigung ohne wichtigen Grund oder bei Aufhebungsvertrag droht eine Sperrzeit von 12 Wochen (§ 159 SGB III).

Wann gilt es?

  • Sie haben Ihre Beschäftigung verloren oder Ihr befristeter Vertrag läuft aus.
  • Sie sind bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet und stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.
  • Sie suchen aktiv eine Beschäftigung und nehmen an Maßnahmen der Agentur teil.

Was sollten Sie tun?

  • Melden Sie sich frühzeitig arbeitssuchend — 3 Monate vor dem voraussichtlichen Ende oder innerhalb von 3 Tagen nach Kenntnis (§ 38 SGB III).
  • Am ersten Tag der Arbeitslosigkeit persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden.
  • Reichen Sie alle Arbeitsbescheinigungen ein — Ihr ehemaliger Arbeitgeber ist zur Ausstellung verpflichtet.
  • Nutzen Sie Weiterbildungsangebote der Agentur (Bildungsgutscheine) — sie können Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern.

Was sollten Sie NICHT tun?

  • Versäumen Sie nicht die Meldepflicht — verspätete Meldung führt zu einer Sperrzeit von einer Woche pro versäumtem Tag (maximal 12 Wochen).
  • Lehnen Sie zumutbare Arbeitsangebote nicht ohne Grund ab — das kann zu Sperrzeiten führen.
  • Unterschreiben Sie keinen Aufhebungsvertrag leichtfertig — informieren Sie sich vorher bei der Agentur über mögliche Sperrzeit-Folgen.

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