Betriebsrat und Mitbestimmung in Deutschland

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Quelle: Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) vom 15. Januar 1972 (BGBl. I S. 13), zuletzt geändert durch Art. 6 des Gesetzes vom 20. Mai 2020

In einfacher Sprache geschrieben, um allgemeines Verständnis zu fördern. Dies ist ein Bildungsangebot und keine Rechtsberatung. Basierend auf deutschem Bundesrecht (Grundgesetz, BGB, StGB, Sozialgesetzbücher und weiteren Bundesgesetzen). Jeder Artikel wird vor der Veröffentlichung auf Richtigkeit geprüft. Unser redaktioneller Prozess

Deutsches Bundesrecht

Was ist dieses Recht?

Die Mitbestimmung durch den Betriebsrat ist eine Säule der deutschen Sozialpartnerschaft und in vielen anderen Ländern unbekannt. Das Betriebsverfassungsgesetz von 1972 (mit Wurzeln, die bis ins Jahr 1920 zurückreichen) gibt Arbeitnehmern das Recht, eigene Vertreter im Betrieb zu wählen — und diesen Vertretern echte rechtliche Macht.

  • Voraussetzung: Ein Betriebsrat kann in jedem Betrieb mit mindestens 5 wahlberechtigten Arbeitnehmern gewählt werden, von denen mindestens 3 selbst wählbar sind. Die Größe des Gremiums richtet sich nach der Belegschaft.
  • Mitbestimmungsrechte: Bei sozialen Angelegenheiten (§ 87 BetrVG) hat der Betriebsrat echte Mitbestimmung — also nicht nur Beratung, sondern Zustimmungspflicht. Das betrifft Arbeitszeitregelungen, Urlaubsgrundsätze, Überwachungseinrichtungen (etwa Videokameras oder digitale Tracking-Tools), Lohngestaltung und Gesundheitsschutz.
  • Anhörungsrecht bei Kündigungen: Jede Kündigung — ob ordentlich oder fristlos — erfordert die vorherige Anhörung des Betriebsrats (§ 102 BetrVG). Wird der Betriebsrat nicht ordnungsgemäß angehört, ist die Kündigung unwirksam, selbst wenn der Grund inhaltlich tragfähig wäre.
  • Schutz der Betriebsratsmitglieder: Sie sind nahezu unkündbar. Eine ordentliche Kündigung ist grundsätzlich unzulässig, und der Schutz wirkt während der gesamten Amtszeit sowie ein Jahr danach. Das soll verhindern, dass Arbeitgeber unbequeme Vertreter loswerden.
  • Betriebsvereinbarungen: Betriebsrat und Arbeitgeber können verbindliche Vereinbarungen schließen, die für alle Arbeitnehmer des Betriebs gelten — von Gleitzeit bis Homeoffice-Regelung. Sie sind für viele moderne Arbeitsbedingungen das wichtigste Instrument.

Wann gilt es?

  • Ihr Betrieb hat mindestens 5 ständige wahlberechtigte Arbeitnehmer.
  • Es muss kein Betriebsrat existieren — aber Sie haben jederzeit das Recht, eine Wahl zu initiieren.
  • Der Arbeitgeber darf die Wahl nicht behindern (§ 20 BetrVG) — Verstöße sind strafbar.

Was tun, wenn in Ihrem Betrieb kein Betriebsrat existiert oder Ihre Mitbestimmungsrechte missachtet werden?

  • Wenden Sie sich an Ihren bestehenden Betriebsrat bei Problemen am Arbeitsplatz — er hat ein Informations- und Beratungsrecht.
  • Wenn kein Betriebsrat besteht: 3 Wahlberechtigte oder eine Gewerkschaft können zur Betriebsversammlung einladen, die einen Wahlvorstand wählt (§ 17 BetrVG).
  • Bei Betriebsänderungen (Stilllegung, Verlagerung, Personalabbau) hat der Betriebsrat Anspruch auf einen Sozialplan (§ 112 BetrVG).

Was sollten Sie NICHT tun?

  • Lassen Sie sich nicht von der Gründung eines Betriebsrats abhalten — die Behinderung der Wahl ist eine Straftat (§ 119 BetrVG).
  • Umgehen Sie den Betriebsrat nicht bei Themen, die der Mitbestimmung unterliegen — Maßnahmen ohne Zustimmung können unwirksam sein.
  • Verwechseln Sie den Betriebsrat nicht mit der Gewerkschaft — der Betriebsrat vertritt alle Arbeitnehmer des Betriebs, unabhängig von Gewerkschaftsmitgliedschaft.

Häufige Fragen

Wann gilt es — betriebsrat und mitbestimmung?

Ihr Betrieb hat mindestens 5 ständige wahlberechtigte Arbeitnehmer.Es muss kein Betriebsrat existieren — aber Sie haben jederzeit das Recht, eine Wahl zu initiieren.Der Arbeitgeber darf die Wahl nicht behindern (§ 20 BetrVG) — Verstöße sind strafbar.

Was soll ich tun, wenn mein Arbeitgeber die Gründung eines Betriebsrats verhindert?

Wenden Sie sich an Ihren bestehenden Betriebsrat bei Problemen am Arbeitsplatz — er hat ein Informations- und Beratungsrecht.Wenn kein Betriebsrat besteht: 3 Wahlberechtigte oder eine Gewerkschaft können zur Betriebsversammlung einladen, die einen Wahlvorstand wählt (§ 17 BetrVG).Bei Betriebsänderungen (Stilllegung, Verlagerung, Personalabbau) hat der Betriebsrat Anspruch auf einen Sozialplan (§ 112 BetrVG).

Was sollten Sie NICHT tun — betriebsrat und mitbestimmung?

Lassen Sie sich nicht von der Gründung eines Betriebsrats abhalten — die Behinderung der Wahl ist eine Straftat (§ 119 BetrVG).Umgehen Sie den Betriebsrat nicht bei Themen, die der Mitbestimmung unterliegen — Maßnahmen ohne Zustimmung können unwirksam sein.Verwechseln Sie den Betriebsrat nicht mit der Gewerkschaft — der Betriebsrat vertritt alle Arbeitnehmer des Betriebs, unabhängig von Gewerkschaftsmitgliedschaft.

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