Psychische Gesundheit und Unterbringung in Bremen
In einfacher Sprache geschrieben, um allgemeines Verständnis zu fördern. Dies ist ein Bildungsangebot und keine Rechtsberatung. Basierend auf deutschem Bundesrecht (Grundgesetz, BGB, StGB, Sozialgesetzbücher und weiteren Bundesgesetzen). Jeder Artikel wird vor der Veröffentlichung auf Richtigkeit geprüft. Unser redaktioneller Prozess
Was ist dieses Recht?
Psychische Gesundheit ist dem körperlichen Gesundheitsschutz in Deutschland gleichgestellt:
- Anspruch auf Psychotherapie: Die GKV übernimmt die Kosten für Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Psychotherapie, analytische Psychotherapie und systemische Therapie (§ 27 SGB V).
- Probatorische Sitzungen: Sie haben Anspruch auf 2–4 probatorische Sitzungen, um zu prüfen, ob die Therapie und der Therapeut zu Ihnen passen.
- Zwangseinweisung: Eine Unterbringung gegen den Willen des Betroffenen ist nur bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung möglich — auf Grundlage des jeweiligen Landes-PsychKG. Richterliche Genehmigung ist spätestens bis zum Ende des Folgetags einzuholen.
- Betreuung (§§ 1814 ff. BGB): Wenn jemand seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann, bestellt das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer — nicht gleichbedeutend mit Entmündigung.
- Patientenverfügung (§ 1827 BGB): Sie können im Voraus festlegen, welche psychiatrischen Behandlungen Sie ablehnen oder wünschen.
Wann gilt es?
- Sie leiden unter psychischen Beschwerden und suchen professionelle Hilfe.
- Ein Angehöriger ist akut selbst- oder fremdgefährdend und benötigt Notfallhilfe.
- Sie möchten eine Patientenverfügung für psychiatrische Behandlungen erstellen.
Was tun, wenn Sie psychische Hilfe benötigen oder gegen eine Zwangseinweisung vorgehen möchten?
- Rufen Sie die Terminservicestelle Ihrer Krankenkasse an (116 117) — sie muss Ihnen innerhalb von 4 Wochen einen Termin vermitteln.
- In akuten Krisen: Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 — kostenlos, 24/7) oder psychiatrische Notaufnahme.
- Nutzen Sie die probatorischen Sitzungen, um den richtigen Therapeuten zu finden.
- Erstellen Sie eine Patientenverfügung, in der Sie Ihre Wünsche für den Krisenfall festhalten.
Was sollten Sie NICHT tun?
- Warten Sie nicht zu lange mit der Suche nach Hilfe — Wartezeiten für Therapieplätze sind oft lang, deshalb früh anfangen.
- Lehnen Sie psychotherapeutische Hilfe nicht aus Scham ab — psychische Erkrankungen sind genauso behandlungswürdig wie körperliche.
- Akzeptieren Sie eine Zwangseinweisung nicht ohne richterliche Überprüfung — Sie haben das Recht auf richterliche Genehmigung.
Wie sich Bremen vom Bundesrecht unterscheidet
Die psychiatrische Versorgung und Zwangsunterbringung in Bremen wird durch das Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG Bremen) geregelt. Dieses Landesgesetz ergänzt die bundesweiten Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (§ 1831 BGB) zur Betreuung.
Unterbringung (Zwangseinweisung)
Eine Unterbringung gegen den Willen der betroffenen Person ist nur zulässig, wenn eine erhebliche Selbst- oder Fremdgefährdung aufgrund einer psychischen Erkrankung vorliegt. Das PsychKG Bremen sieht folgende Schutzmaßnahmen vor:
- Richterliche Überprüfung: Jede Unterbringung muss unverzüglich — spätestens bis zum Ende des Folgetages — von einem Richter des Amtsgerichts Bremen überprüft und genehmigt werden.
- Die betroffene Person hat das Recht auf einen Verfahrenspfleger, der ihre Interessen im gerichtlichen Verfahren vertritt.
- Regelmäßige Überprüfung der Unterbringung — eine Verlängerung erfordert erneute richterliche Anordnung.
- Zwangsbehandlung ist nur unter sehr engen Voraussetzungen zulässig und muss ärztlich angeordnet und dokumentiert werden.
Sozialpsychiatrische Dienste
Die Sozialpsychiatrischen Dienste (SpDi) in Bremen und Bremerhaven bieten niedrigschwellige Hilfe für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sie sind bei den Gesundheitsämtern der beiden Stadtgemeinden angesiedelt und bieten Beratung, Krisenintervention, Hausbesuche und Vermittlung in weiterführende Behandlung — alles kostenfrei. Die SpDi arbeiten eng mit dem Gemeindepsychiatrischen Verbund Bremen zusammen.
Weitere Schritte in Bremen
Der Sozialpsychiatrische Dienst Bremen ist telefonisch und persönlich erreichbar (Gesundheitsamt Bremen, Horner Straße 60–70, 28203 Bremen). In akuten Krisensituationen ist die Psychiatrische Notaufnahme des Klinikum Bremen-Ost rund um die Uhr erreichbar. Betreuungsvereine wie der Bremer Betreuungsverein e.V. beraten zu rechtlicher Betreuung und Patientenverfügungen.
Relevantes Gesetz: Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG Bremen); § 1831 BGB (Betreuungsrecht); Bremisches Gesundheitsdienstgesetz
Häufige Fragen
Wann gilt es — psychische gesundheit und unterbringung?
Sie leiden unter psychischen Beschwerden und suchen professionelle Hilfe.Ein Angehöriger ist akut selbst- oder fremdgefährdend und benötigt Notfallhilfe.Sie möchten eine Patientenverfügung für psychiatrische Behandlungen erstellen.
Was soll ich tun, wenn ich einen Psychotherapeuten suche oder mir jemand nahesteht, der psychiatrische Hilfe braucht?
Rufen Sie die Terminservicestelle Ihrer Krankenkasse an (116 117) — sie muss Ihnen innerhalb von 4 Wochen einen Termin vermitteln.In akuten Krisen: Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 — kostenlos, 24/7) oder psychiatrische Notaufnahme.Nutzen Sie die probatorischen Sitzungen, um den richtigen Therapeuten zu finden.Erstellen Sie eine Patientenverfügung, in der Sie Ihre Wünsche für den Krisenfall festhalten.
Was sollten Sie NICHT tun — psychische gesundheit und unterbringung?
Warten Sie nicht zu lange mit der Suche nach Hilfe — Wartezeiten für Therapieplätze sind oft lang, deshalb früh anfangen.Lehnen Sie psychotherapeutische Hilfe nicht aus Scham ab — psychische Erkrankungen sind genauso behandlungswürdig wie körperliche.Akzeptieren Sie eine Zwangseinweisung nicht ohne richterliche Überprüfung — Sie haben das Recht auf richterliche Genehmigung.
Landesrecht nach Bundesland
Das Recht unterscheidet sich je nach Bundesland. Wählen Sie Ihr Bundesland, um lokale Unterschiede zum Bundesrecht zu sehen.
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