Urlaubsanspruch in Brandenburg
In einfacher Sprache geschrieben, um allgemeines Verständnis zu fördern. Dies ist ein Bildungsangebot und keine Rechtsberatung. Basierend auf deutschem Bundesrecht (Grundgesetz, BGB, StGB, Sozialgesetzbücher und weiteren Bundesgesetzen). Jeder Artikel wird vor der Veröffentlichung auf Richtigkeit geprüft. Unser redaktioneller Prozess
Was ist dieses Recht?
Bezahlter Urlaub ist in Deutschland kein Wohlwollen des Arbeitgebers, sondern ein gesetzlicher Mindestanspruch. Das Bundesurlaubsgesetz aus dem Jahr 1963 setzt das Minimum fest, das niemand unterschreiten darf — und auf das man auch nicht wirksam verzichten kann.
- Mindestens 24 Werktage pro Jahr bei einer 6-Tage-Woche — das entspricht 20 Arbeitstagen bei der heute üblichen 5-Tage-Woche. Viele Tarifverträge und Arbeitsverträge sehen großzügigere 25 bis 30 Urlaubstage vor.
- Der volle Urlaubsanspruch entsteht erst nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit (Wartezeit). Davor haben Sie nur einen anteiligen Anspruch von einem Zwölftel pro vollendetem Beschäftigungsmonat.
- Urlaubsentgelt: Während des Urlaubs erhalten Sie Ihr reguläres Gehalt, berechnet auf Basis der durchschnittlichen Vergütung der letzten 13 Wochen — inklusive Zuschläge und variabler Vergütungsbestandteile.
- Nicht genommener Urlaub verfällt grundsätzlich am 31. März des Folgejahres. Aber: Seit dem EuGH-Urteil vom 6. November 2018 (Rs. C-684/16) muss der Arbeitgeber Sie aktiv und rechtzeitig auf den drohenden Verfall hinweisen — sonst verfällt nichts. Ein wichtiger Hebel, wenn der Arbeitgeber Sie nicht ausdrücklich warnt.
Wann gilt es?
- Sie sind Arbeitnehmer — einschließlich Teilzeitkräfte, Minijobber und befristet Beschäftigte.
- Auch Auszubildende haben Urlaubsanspruch (mindestens 25 Werktage bis 16 Jahre, gestaffelt nach JArbSchG).
- Bei Teilzeit wird der Urlaub anteilig nach der Anzahl der Wochenarbeitstage berechnet.
Was tun, wenn Ihr Arbeitgeber Ihren Urlaub verweigert oder kürzt?
- Beantragen Sie Ihren Urlaub rechtzeitig schriftlich oder nach betrieblicher Übung.
- Der Arbeitgeber muss bei der Urlaubsfestlegung Ihre Wünsche berücksichtigen, es sei denn, dringende betriebliche Belange stehen entgegen (§ 7 BUrlG).
- Bei Kündigung haben Sie Anspruch auf Urlaubsabgeltung für nicht genommene Tage (§ 7 Abs. 4 BUrlG).
- Wenn Sie während des Urlaubs krank werden, werden die Krankheitstage mit ärztlichem Attest nicht auf den Urlaub angerechnet (§ 9 BUrlG).
Was sollten Sie NICHT tun?
- Verzichten Sie nicht auf Ihren gesetzlichen Mindesturlaub — ein solcher Verzicht ist unwirksam.
- Nehmen Sie sich nicht eigenmächtig Urlaub (Selbstbeurlaubung) — das kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen.
- Warten Sie nicht bis Jahresende — der Arbeitgeber muss Sie zwar warnen, aber bei rechtzeitigem Hinweis verfällt der Urlaub tatsächlich.
Wie sich Brandenburg vom Bundesrecht unterscheidet
Arbeitnehmer in Brandenburg haben Anspruch auf 10 gesetzliche Feiertage pro Jahr. Neben den 9 bundeseinheitlichen Feiertagen (Neujahr 01.01., Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit 01.05., Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit 03.10., 1. Weihnachtstag 25.12., 2. Weihnachtstag 26.12.) gilt in Brandenburg zusätzlich der Reformationstag am 31. Oktober als gesetzlicher Feiertag.
- Der Reformationstag ist in Brandenburg seit der Wiedervereinigung 1990 durchgehend gesetzlicher Feiertag — anders als in westdeutschen Ländern, die ihn erst 2018 einführten.
- Das Brandenburgische Weiterbildungsgesetz (BbgWBG) gewährt Arbeitnehmern einen Anspruch auf Bildungsurlaub (Bildungsfreistellung) von 10 Arbeitstagen innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren. Der Arbeitgeber zahlt während der Freistellung das reguläre Gehalt weiter.
- Der Antrag auf Bildungsfreistellung muss mindestens sechs Wochen vor Beginn der Veranstaltung beim Arbeitgeber eingereicht werden. Die Veranstaltung muss vom zuständigen Ministerium als bildungsurlaubsfähig anerkannt sein.
- Die Kirchensteuer beträgt in Brandenburg 9 % der Einkommensteuer — wie in den meisten deutschen Bundesländern (Bayern und Baden-Württemberg erheben nur 8 %).
Weitere Schritte in Brandenburg
Informationen zu anerkannten Bildungsveranstaltungen erteilt das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (mbjs.brandenburg.de). Bei Streitigkeiten über die Freistellung ist das Arbeitsgericht am Beschäftigungsort zuständig. Anerkennungsanträge für Veranstaltungsträger sind ebenfalls beim Ministerium zu stellen.
Relevantes Gesetz: Brandenburgisches Weiterbildungsgesetz (BbgWBG) vom 15. Dezember 1993, zuletzt geändert 2023; Feiertagsgesetz des Landes Brandenburg (FtG); § 51a EStG (Kirchensteuer)
Häufige Fragen
Wann gilt es — urlaubsanspruch?
Sie sind Arbeitnehmer — einschließlich Teilzeitkräfte, Minijobber und befristet Beschäftigte.Auch Auszubildende haben Urlaubsanspruch (mindestens 25 Werktage bis 16 Jahre, gestaffelt nach JArbSchG).Bei Teilzeit wird der Urlaub anteilig nach der Anzahl der Wochenarbeitstage berechnet.
Was soll ich tun, wenn mein Arbeitgeber meinen Urlaubsantrag ablehnt?
Beantragen Sie Ihren Urlaub rechtzeitig schriftlich oder nach betrieblicher Übung.Der Arbeitgeber muss bei der Urlaubsfestlegung Ihre Wünsche berücksichtigen, es sei denn, dringende betriebliche Belange stehen entgegen (§ 7 BUrlG).Bei Kündigung haben Sie Anspruch auf Urlaubsabgeltung für nicht genommene Tage (§ 7 Abs. 4 BUrlG).Wenn Sie während des Urlaubs krank werden, werden die Krankheitstage mit ärztlichem Attest nicht auf den Urlaub angerechnet (§ 9 BUrlG).
Was sollten Sie NICHT tun — urlaubsanspruch?
Verzichten Sie nicht auf Ihren gesetzlichen Mindesturlaub — ein solcher Verzicht ist unwirksam.Nehmen Sie sich nicht eigenmächtig Urlaub (Selbstbeurlaubung) — das kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen.Warten Sie nicht bis Jahresende — der Arbeitgeber muss Sie zwar warnen, aber bei rechtzeitigem Hinweis verfällt der Urlaub tatsächlich.
Landesrecht nach Bundesland
Das Recht unterscheidet sich je nach Bundesland. Wählen Sie Ihr Bundesland, um lokale Unterschiede zum Bundesrecht zu sehen.
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