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Urlaubsanspruch in Hamburg

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Quelle: Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) vom 8. Januar 1963 (BGBl. I S. 2), zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 3 des Gesetzes vom 20. April 2013

In einfacher Sprache geschrieben, um allgemeines Verständnis zu fördern. Dies ist ein Bildungsangebot und keine Rechtsberatung. Basierend auf deutschem Bundesrecht (Grundgesetz, BGB, StGB, Sozialgesetzbücher und weiteren Bundesgesetzen). Jeder Artikel wird vor der Veröffentlichung auf Richtigkeit geprüft. Unser redaktioneller Prozess

Deutsches Bundesrecht

Was ist dieses Recht?

Bezahlter Urlaub ist in Deutschland kein Wohlwollen des Arbeitgebers, sondern ein gesetzlicher Mindestanspruch. Das Bundesurlaubsgesetz aus dem Jahr 1963 setzt das Minimum fest, das niemand unterschreiten darf — und auf das man auch nicht wirksam verzichten kann.

  • Mindestens 24 Werktage pro Jahr bei einer 6-Tage-Woche — das entspricht 20 Arbeitstagen bei der heute üblichen 5-Tage-Woche. Viele Tarifverträge und Arbeitsverträge sehen großzügigere 25 bis 30 Urlaubstage vor.
  • Der volle Urlaubsanspruch entsteht erst nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit (Wartezeit). Davor haben Sie nur einen anteiligen Anspruch von einem Zwölftel pro vollendetem Beschäftigungsmonat.
  • Urlaubsentgelt: Während des Urlaubs erhalten Sie Ihr reguläres Gehalt, berechnet auf Basis der durchschnittlichen Vergütung der letzten 13 Wochen — inklusive Zuschläge und variabler Vergütungsbestandteile.
  • Nicht genommener Urlaub verfällt grundsätzlich am 31. März des Folgejahres. Aber: Seit dem EuGH-Urteil vom 6. November 2018 (Rs. C-684/16) muss der Arbeitgeber Sie aktiv und rechtzeitig auf den drohenden Verfall hinweisen — sonst verfällt nichts. Ein wichtiger Hebel, wenn der Arbeitgeber Sie nicht ausdrücklich warnt.

Wann gilt es?

  • Sie sind Arbeitnehmer — einschließlich Teilzeitkräfte, Minijobber und befristet Beschäftigte.
  • Auch Auszubildende haben Urlaubsanspruch (mindestens 25 Werktage bis 16 Jahre, gestaffelt nach JArbSchG).
  • Bei Teilzeit wird der Urlaub anteilig nach der Anzahl der Wochenarbeitstage berechnet.

Was tun, wenn Ihr Arbeitgeber Ihren Urlaub verweigert oder kürzt?

  • Beantragen Sie Ihren Urlaub rechtzeitig schriftlich oder nach betrieblicher Übung.
  • Der Arbeitgeber muss bei der Urlaubsfestlegung Ihre Wünsche berücksichtigen, es sei denn, dringende betriebliche Belange stehen entgegen (§ 7 BUrlG).
  • Bei Kündigung haben Sie Anspruch auf Urlaubsabgeltung für nicht genommene Tage (§ 7 Abs. 4 BUrlG).
  • Wenn Sie während des Urlaubs krank werden, werden die Krankheitstage mit ärztlichem Attest nicht auf den Urlaub angerechnet (§ 9 BUrlG).

Was sollten Sie NICHT tun?

  • Verzichten Sie nicht auf Ihren gesetzlichen Mindesturlaub — ein solcher Verzicht ist unwirksam.
  • Nehmen Sie sich nicht eigenmächtig Urlaub (Selbstbeurlaubung) — das kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen.
  • Warten Sie nicht bis Jahresende — der Arbeitgeber muss Sie zwar warnen, aber bei rechtzeitigem Hinweis verfällt der Urlaub tatsächlich.
Hamburg Landesrecht

Wie sich Hamburg vom Bundesrecht unterscheidet

Arbeitnehmer in Hamburg genießen neben dem bundesweiten Mindesturlaub von 20 Werktagen (bei 5-Tage-Woche) nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) auch landesspezifische Feiertage und ein großzügiges Bildungsurlaubsrecht.

Gesetzliche Feiertage in Hamburg (10 Tage)

Hamburg hat 10 gesetzliche Feiertage — die 9 bundesweiten plus den Reformationstag:

  1. Neujahr — 1. Januar
  2. Karfreitag — beweglich (März/April)
  3. Ostermontag — beweglich (März/April)
  4. Tag der Arbeit — 1. Mai
  5. Christi Himmelfahrt — beweglich (Mai/Juni)
  6. Pfingstmontag — beweglich (Mai/Juni)
  7. Tag der Deutschen Einheit — 3. Oktober
  8. Reformationstag — 31. Oktober (seit 2018)
  9. 1. Weihnachtstag — 25. Dezember
  10. 2. Weihnachtstag — 26. Dezember

Der Reformationstag wurde in Hamburg erst 2018 als gesetzlicher Feiertag eingeführt. Im Vergleich zu Bayern (13 Feiertage) hat Hamburg weiterhin deutlich weniger freie Tage.

Bildungsurlaub nach dem HmbBUG

Das Hamburgische Bildungsurlaubsgesetz (HmbBUG) gewährt einen Anspruch auf 10 Tage Bildungsurlaub innerhalb von zwei Kalenderjahren. Dies ist großzügiger als in den meisten Bundesländern (5 Tage pro Jahr). Der Bildungsurlaub kann für politische Bildung, berufliche Weiterbildung oder ehrenamtliche Qualifizierung genutzt werden. Der Arbeitgeber zahlt das Gehalt weiter.

Weitere Schritte in Hamburg

Bildungsurlaub muss mindestens 6 Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber beantragt werden. Die Veranstaltung muss nach dem HmbBUG anerkannt sein — eine Liste führt die Behörde für Schule und Berufsbildung (hamburg.de/bildungsurlaub). Bei Ablehnung durch den Arbeitgeber kann der Arbeitnehmer beim Arbeitsgericht Hamburg Klage einreichen.

Relevantes Gesetz: Hamburgisches Bildungsurlaubsgesetz (HmbBUG) vom 21.01.1974, zuletzt geändert 2019; Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) §§ 1–13; Feiertagsgesetz Hamburg

Häufige Fragen

Wann gilt es — urlaubsanspruch?

Sie sind Arbeitnehmer — einschließlich Teilzeitkräfte, Minijobber und befristet Beschäftigte.Auch Auszubildende haben Urlaubsanspruch (mindestens 25 Werktage bis 16 Jahre, gestaffelt nach JArbSchG).Bei Teilzeit wird der Urlaub anteilig nach der Anzahl der Wochenarbeitstage berechnet.

Was soll ich tun, wenn mein Arbeitgeber meinen Urlaubsantrag ablehnt?

Beantragen Sie Ihren Urlaub rechtzeitig schriftlich oder nach betrieblicher Übung.Der Arbeitgeber muss bei der Urlaubsfestlegung Ihre Wünsche berücksichtigen, es sei denn, dringende betriebliche Belange stehen entgegen (§ 7 BUrlG).Bei Kündigung haben Sie Anspruch auf Urlaubsabgeltung für nicht genommene Tage (§ 7 Abs. 4 BUrlG).Wenn Sie während des Urlaubs krank werden, werden die Krankheitstage mit ärztlichem Attest nicht auf den Urlaub angerechnet (§ 9 BUrlG).

Was sollten Sie NICHT tun — urlaubsanspruch?

Verzichten Sie nicht auf Ihren gesetzlichen Mindesturlaub — ein solcher Verzicht ist unwirksam.Nehmen Sie sich nicht eigenmächtig Urlaub (Selbstbeurlaubung) — das kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen.Warten Sie nicht bis Jahresende — der Arbeitgeber muss Sie zwar warnen, aber bei rechtzeitigem Hinweis verfällt der Urlaub tatsächlich.

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